31.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 31.10.2004, 13:26 | Digital Consumer & Marketing
Mary Meeker von Morgan Stanley, vielen sicher noch als Star-Analysting aus dem Dotcom-Boom bekannt, hat zusammen mit ihrem Kollegen Brian Pitz einen neuen “Report”:http://www.morganstanley.com/institutional/techresearch/pdfs/dw_syndication1004.pdf veröffentlicht. “An Update from the Digital World: October 2004″ beschäftigt sich hauptsächlich mit Weblogs, RSS und My Yahoo!
Großen Raum bekommt im Report die Pareto-Verteilung, im Englischen “power law distribution” genannt. Die Verteilung sieht nicht wie eine Glockenkurve aus, sondern hat ihr dickes Ende ganz links am Anfang und ein sehr langes, dünnes Ende. Das Einkommen von Musiker z.B. folgt dieser Verteilung: Einige wenige verdienen extrem viel, die Summen sinken dann aber sehr schnell und der größte Teil der Musiker verdient extrem wenig.
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28.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 28.10.2004, 19:32 | Digital Consumer & Marketing
Vergangenen Monat haben wir unsere aktuelle Kurzstudie “Weblogs in Marketing und PR” veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, hat die Studie besonders unter Bloggern für Aufsehen gesorgt. Eine gute Gelegenheit also, sich an diesem Fall einmal konkret anzusehen, wie die sogenannte Blogosphäre, die Gesamtheit der Blogger, auf die Studie reagiert hat und was sich daraus über Weblogs lernen lässt.
Hauptargument der Studie ist, dass Weblogs einiges an Potenzial für Marketing und PR bieten, sei es, dass Unternehmen eigene Weblogs führen – sogenannte „Corporate Blogs“ – oder dass sie diejenigen Weblogs regelmäßig auswerten, die für ihre Branche und für ihre Produkte oder Dienstleistungen von Bedeutung sind. Die Studie zeigt auch, dass Weblogs in Deutschland noch ein junges Phänomen sind, ihre Anzahl aber derzeit mit etwa 15 Prozent pro Monat zunimmt.
Allerdings, so zeigen die Reaktionen, scheinen „Marketing und PR“ für einige Journalisten und Blogger Reizworte darzustellen. Weiter… »
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18.10.2004
Verfasst von Nicole Dufft
am 18.10.2004, 14:42 | Digital Consumer & Marketing
„No consumer wants a DRM“ diese weit reichende Erkenntnis stammt nicht etwa von einem gemeinen Internet-Piraten, sondern von Eddie Cue, Vice President bei Apple. “Most people are honest, if you give them a great product”, sinnierte Cue weiter auf seiner Keynote Rede des Popkomm-Kongresses. Aber wer nun gehofft hatte, dass Apple sein DRM-System Fairplay abschaffen und auf die Ehrlichkeit seiner Kunden zählen würde, liegt natürlich falsch. Apple redet nur ungern über DRM und nennt das Ganze lieber “Management of Personal User Rights”. Cue’s Kollege Alex Luke, Director of Music Programming and Label Relations bei Apple, fügte auf einem weiteren Popkomm-Panel hinzu: “Consumers shouldn’t recognize that a DRM system is working in the background”.
Kunden die Einschränkung von Nutzungsrechten durch DRM-Systeme schmackhaft zu machen, ist also nur eine Frage des richtigen Marketings – und darin war Apple ja schon immer ziemlich gut!
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15.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 15.10.2004, 16:45 | IT, Internet & Innovation
Wie die Computerwoche berichtet, hat die Stadt Paris entschieden, nur schrittweise auf Open Source Software zu migrieren. Erst im Sommer wurde darüber berichtet, dass Frankreich rund eine Million staatliche Rechner auf Open Source umstellen will. Auslöser für die Entscheidung, sanft zu migrieren, war ein Gutachten von Unilog, das ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis einer schnellen Migration ermittelte.
Die Entscheidung ist ein nach der Zitterpartie um Linux in München und den Pannen bei der Linux-Umstellung im Bundestag ein weiteres Indiz dafür, dass die Zeit der spektakulären Migrationsentscheidungen langsam dem Ende zugeht. Denn bei näherer Betrachtung weist besonders die Migration von Desktop-Systemen eine Reihe von Fallstricken auf, wie auch unser Basisreport Linux- und Open-Source-Strategien für CIOs zeigt.
Das heißt aber sicher nicht, dass sich Microsoft entspannt zurücklehnen kann. Der Business Case für Linux belibt nach wie vor bestehen, nur wird sich in vielen Fällen eher eine sanfte Migration über einige Jahre als sinnvoll erweisen als eine Hauruck-Aktion.
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14.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 14.10.2004, 19:05 | IT, Internet & Innovation
Leiser als sonst häufig hat Sun diese Woche eine Version seines Java Desktop System für Solaris veröffentlicht. Das Komplettpaket für Arbeitsplatzrechner basierte bislang ausschließlich auf SuSE Linux. Damit bekommt Desktop-Linux jetzt auch Konkurrenz von Desktop-Solaris.
Das JDS ist als Alternative zum üblichen Windows+Exchange+Office-Desktop gedacht und enthält neben dem Betriebssystem die Benutzeroberfläche GNOME, den Browser Mozilla, die Office Suite Star Office und den Evolution E-Mail Client. Ergänzt wird der Desktop durch Managementsoftware wie die Sun Control Station. Solche Anwendungen sind besonders für den Einsatz in größeren Unternehmen wichtig.
Wer mutig die Zukunft prognostizieren möchte, kann darin ein Zeichen für eine weitere Zersplitterung des Desktop-Landschaft in der Zukunft sehen – zumindest, was die Unternehmensnutzung angeht. In diesem Szenario sieht die Desktop-Landschaft in einigen Jahren vielleicht ähnlich aus wie jetzt schon die Mobilfunklandschaft: Alle Telefone funktionieren irgendwie ähnlich und bieten ähnliche Möglichkeiten, aber unter der Tastatur arbeiten eine Reihe unterschiedlicher Betriebssysteme.
Für den Einsatz von PCs im Unternehmen ist so ein Szenario gar nicht so unwahrscheinlich. Die meisten PCs werden für Standardaufgaben wie E-Mail, Textverarbeitung und (Browser-) Zugriff auf Unternehmensanwendungen genutzt. Das sind alles Commodity-Anwendungen, die sich auf Basis von Open-Source-Komponenten zusammenstellen lassen. Die Stärke der Netzeffekte, die Microsoft zur aktuellen Marktposition verholfen hat, lässt in diesen Einsatzgebieten immer mehr nach. Man darf also sehr gespannt sein, ob die Desktop-Infrastruktur in den Unternehmen in 5 Jahren immer noch so homogen auf Microsoft-Basis aufsetzt.
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11.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 11.10.2004, 20:30 | Digital Consumer & Marketing
Zum Thema Internet und Musik reden alle immer nur vom Musik-Download – sicher nicht zuletzt wegen des großen Erfolges des Apple iPods. Streaming von Musik, wie es etwa Real anbietet, ist dadurch etwas ins Hintertreffen geraten.
Auf der Popkomm in Berlin und auf unserem INDICARE- und Berlecon-Workshop zum Thema “Mobile Music und DRM” waren aber einige spannende Streaming-Konzepte zu sehen, die auch auf großes Interesse gestoßen sind.
So startet der DJ Paul van Dyck im November den VRadioStation.com, eine Kombination aus Internet Radio und Music Store. Man kann sich die Musik über das Internet wie normales Radio anhören (die Musikauswahl ist natürlich besser )und wenn einem ein gerade gehörter Song gefällt, kauft man ihn und lädt ihn herunter. Der Name des Initiators verbürgt einen gewissen Geschmack bei der Muskiauswahl.
Auch neu ist der Sony StreamMan, ein nach den individuellen Vorlieben zusammenstellbarer Radio Stream für das Handy, der ebenfalls diesen Herbst bei Sonera (Demo) in Finnland an den Start geht. Der Dienst nutzt allerlei Finessen der Personalisierung und des Empfehlungsmarketings, was ihn dem Radio deutlich überlegen macht.
Man kann schon gespannt sein, wie diese neuen Dienste bei den Konsumenten ankommen. Vielleicht hat man in der Euphorie über den Musik-Download einfach übersehen, dass sich Streaming auch für einige gute Geschäftsmodelle eignet.
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7.10.2004
Verfasst von Nicole Dufft
am 07.10.2004, 9:20 | Digital Consumer & Marketing | IT, Internet & Innovation | Mobility & Business Communications
Kürzlich hat AT&T Wireless angekündigt, den ersten Mobile Music Store in den USA zu eröffnen (siehe Pressemitteilung AT&T). Schaut man sich diesen Dienst jedoch genauer an, zeigt sich, dass die USA im Bereich Mobile Music hinter den Entwicklungen in Europa zurück sind – wie das auch bei anderen Mobilfunk-Diensten der Fall ist.
Im so genannten mMode Music Store von AT&T fungiert das Handy lediglich als Fernbedienung für den Online Store: Kunden können das Musikportfolio durchsuchen, Songs per Mobiltelefon kaufen und die Bezahlung darüber abwickeln. Der Download erfolgt jedoch über einen Online Storage Locker auf den PC des Kunden. Musik wird also nicht auf das Handy geladen und auch nicht auf dem Handy gehört.
In Europa ist man da schon deutlich weiter. Wie der INDICARE- und Berlecon-Workshop “Business Models for Mobile Music and DRM” gezeigt hat, sind in Europa bereits “echte” Mobile Music Dienste verfügbar - das heisst solche, bei denen das Handy auch als Speicher- und Abspielgerät fungiert. Als Beispiele lassen sich die Dienste von O2 oder Vodafone anführen.
Spannend am Service von AT&T ist jedoch die Integration des Music Store mit dem Music ID Service von AT&T: Dabei kann das Handy vor einen Lautsprecher gehalten werden und erkennt das gespielte Musikstück. Der Nutzer erhält auf Wunsch per SMS Name des Interpreten und den Titel des Songs. Seit dem Launch des mMode Music Stores kann der Titel jetzt auch direkt gekauft werden.
Was die Benutzerfreundlichkeit und die Integration verschiedener Services angeht, kann Europa sicher auch weiterhin von den USA lernen.
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6.10.2004
Verfasst von Thorsten Wichmann
am 06.10.2004, 8:09 | Digital Consumer & Marketing
Nick Dentons Gawker Media hat schon wieder drei neue werbefinanzierte Weblogs gestartet. Kotaku beschäftgt sich mit Videospielen, Jalopnik mit Autos und Screenhead mit seltsamem Humor. Wie man an den Themen erkennen kann, richten sich alle an junge Männer. Die neuen journalistischen Blogs ergänzen die bisherige Gruppe von Gawker, Wonkette, Defamer, Fleshbot und Gizomodo.
Reich wird Denton nach eigenen Angaben von diesen Blogs (noch) nicht, aber interessant ist dieses Nischen-Publishing Business schon. Fragt sich nur, warum hier zu Lande noch keiner auf die Idee gekommen ist, den Online-Medienmarkt mit Weblogs ein wenig aufzumischen. Schließlich sind die Hürden niedrig. Außer guter Schreibe, etwas Talent zur Werbeplatzvermarktung und der Bereitschaft, eine Zeit lang auf Studi-Niveau zu leben, braucht man nicht viel. Noch ist zwar unklar, ob man auf diese Weise überhaupt Geld verdienen kann, aber ausprobieren sollte man es vielleicht schon einmal.
Irgendwie erinnert die Situation doch an das Content Business Ende der 90er, als auch das Online Publishing in Deutschland durch die Verlage dominiert war, während in den USA sehr viel mehr Start-ups an den Markt gegangen sind.
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