Metadaten werden immer wieder ins Gespräch gebracht, wenn es darum geht manuelle Aufwände bei der Integration zu verringern oder die Qualität von Lösungen zum Beispiel im Bereich Suche zu verbessern.
In seinem Artikel “To Metadata or Not to Metada” fasst Tom Reamy die Argumente Pro und Contra Metadaten anschaulich und übersichtlich zusammen.
Im wesentlichen gibt es drei Argumente, die gegen Metadaten angeführt werden:
- zu teuer
- zu schwierig
- nutzlos
Reamy betont, dass Metadaten-Initiativen in einem Unternehmen auch mit einem überschaubaren Budget eingeführt werden können und dass bei der Kostenanalyse auch berücksichtigt werden muss, welche Kosten durch den Nicht-Einsatz von Metadaten entstehen.
Bezüglich der Schwierigkeiten bei der Erzeugung von Metadaten verweist Reamy auf drei Ansätze, die erfahrungsgemäß nicht funktionieren:
- Einsatz externer Consultants
- Annotierung durch Autoren
- Automatische Generierung durch spezielle Software
Reamy schlägt stattdessen vor, ein spezielles Team im Unternehmen zu etablieren, das sich um Einführung, Evaluierung und Optimierung von Metadaten kümmert. Ein solches Team sollte pragmatisch orientiert sein und über die nötige offizielle Rückendeckung verfügen.
Obgleich Reamy die vollständig automatische Generierung von Metadaten als unrealistisch ansieht, stellt er einige Softwarelösungen vor, die bei der Erzeugung von Metadaten unterstützend eingesetzt werden können.
Tatsächlich sieht die Entwicklung in diesem Bereich sehr vielversprechend aus. Software zu Kategorisierung und Informationsextraktion hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Auch im Bereich Taxonomien oder Ontologien gibt es inzwischen nicht mehr nur akademische Forschung, sondern auch erste industrielle Produkte. Darüber hinaus liegen mit RDF und OWL mittlerweile offene W3C-Standards im Bereich Semantic Web vor, die zur Repräsentation von Metadaten eingesetzt werden können.
Vor diesem Hintergrund werden Metadaten in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen und bei realistischer Erwartungshaltung auch in der Lage sein, den von ihrem Einsatz erwarteten Nutzen zu erbringen.
Tom Reamy, To Metadata or Not To Metadata, EContentMag, Oktober 2004

