Wie man sieht, haben wir ein neues Layout für das Weblog – und auch gleich für unsere Website. Nachdem unser altes Website-Layout das stolze Alter von etwa 6 Jahren erreicht hat (schon so lange her, wir wissen es nicht mehr genau
), dachten wir, dass es doch mal Zeit für einen Relaunch wäre. Also: Jetzt sind die neuen Seiten online, Kommentare über die unvermeidlichen kleinen Bugs bitte an info@berlecon.de.
Die Programmierung der Seiten war übrigens unsere erste Erfahrung aus erster Hand mit Offshore-Angeboten (Stichwort: practice what you preach). Dafür, dass die Korrespondenz nur per E-Mail erfolgte, lief es erstaunlich glatt. Natürlich hat nicht alles hundertprozentig geklappt, aber gemessen an den Kosten war es eine gute Entscheidung.
Unsere Schlussfolgerung daraus: Webdesigner in Deutschland müssen sich warm anziehen, wenn sich solche Angebote hier weiter herumsprechen. Es sei denn, sie integrieren Offshore-Dienstleistungen in ihr eigenes Angebot. Aber das scheint noch nicht so weit verbreitet zu sein, zumindest wenn man die Ergebnisse unseres Reports Marktanalyse IT Services 2005 auch auf Webdesigner überträgt.


17. 10. 2005 um 8:05
Wer war denn der Webdesigner? Und wie haben Sie ihn gefunden/ausgewählt?
17. 10. 2005 um 8:31
Detailauskünfte über unsere IT können wir leider aus prinzipiellen Gründen nicht geben, sonst list das noch jemand als eine Empfehlung für einen Anbieter. Schließlich analysieren wir den Markt neutral.
Ein paar allgemeine Informationen kann ich aber geben: Wir haben den Weg über einen B2B-Marktplatz für Dienstleistungen in den USA gewählt. (Schließlich sind uns Marktplätze aus vielen unserer Studien vertraut.) Der hat zusätzlich zu seiner marktplatztypischen Vermittlungsfunktion ein Festpreisangebot ins Portfolio aufgenommen. Für einen bestimmten Betrag wird das Design einer Website in unterschiedlichen Umfängen angeboten. Der Kunde hat das Recht auf eine unbegrenzte Anzahl von Überarbeitungen, der Marktplatzbetreiber wählt aus den bei ihm registrierten Dienstleistern einen geeigneten aus. In unserem Fall war das ein Dienstleister in Russland. Die ganze Kommunikation lief dann über E-Mail, was bei Webdesign relativ gut funktioniert.
Das Modell scheint mir ganz clever, weil gerade Marktplätze für Dienstleistungen darunter leiden, dass Dienstleistungen Vertrauenssache sind. Dadurch, dass der Betreiber das Risiko übernimmt, indem er unbegrenzte Überarbeitungen verspricht und ein Festpreisangebot macht, wird dieses Problem umgangen. Natürlich ist der Preis dann höher als bei einer direkten Auftragsvergabe, aber immer noch im Rahmen.
Ich frage mich nur, warum im Schnäppchenland Deutschland noch keiner auf diese Idee gekommen ist. Müsste eigentlich auch hier funktionieren.
18. 10. 2005 um 10:21
Ich habe das Thema auf dem Fischmarkt aufgegriffen.
18. 10. 2005 um 11:16
Also, wenn die alle solche Arbeit abliefern, wie ihre russischen Designer, dann mache ich mich mir keine Sorgen um die Arbeitsplätze deutscher Webdesigner.
Seien Sie mir nicht böse, aber ich habe im ersten Moment gedacht, das hat ein Schüler gebastelt.
18. 10. 2005 um 12:30
Junger Mann,das nennt sich “No Frills”.
Mal im Ernst, über Geschmack kann man verschiedener Ansicht sein, wir legen Wert auf ein einfaches, leicht nutzbares Layout. Kann man anders sehen, aber das ist eine Geschmackssache.
Vielleicht noch eins zur Erläuterung: Wir haben nur zufällig gesehen, dass der Designer in Russland sitzt. Es hätte auch ein Inder oder ein Hamburger Designstudent sein können. Völlig unwichtig. Was ich interessant finde, ist das modifizierte Marktplatzmodell: Der Mittler übernimmt das mit Festpreisen verbundene Risko und greift auf einen Pool von (relativ preiswerten) Designern zurück. Das Modell lässt sicher sicher auch auf unterschiedlichen Qualitäts- und Preisniveaus nutzen, der Mittler muss nur sein Geschäft verstehen.
Viele Werbe- und Designagenturen sind da in Bezug auf andere Tätigkeiten ganz gut positioniert. Schließlich arbeiten sie viel mit externen Zulieferern zusammen, etwa Druckern. Aber natürlich sieht die Welt etwas anders aus, wenn die eigene Dienstleistung “unter die Räder” kommt, also als Commodity outgesourct wird.
18. 10. 2005 um 16:40
Design ist im Normalfall nur ein relativ kleiner Teil des Ganzen. Aber ein wichtiger. Und ein Statement gegenüber dem Nutzer. Weniger eine Geschmackssache. “No Frills” ist etwas anderes. Da kennen wir uns aus.
Was bedeuten kann, dass ein Dienstleister, der sein Handwerk versteht, im Zweifel die bessere Wahl ist und ein Gemurkse mit indischen Programmierern und russischen Designern erspart, das man am Ende dem Ergebnis auch ansieht.
19. 10. 2005 um 11:26
Das hört sich für mich nach einer Lösung für ein Problem an, das mit professionellen Anbietern überhaupt nicht existieren würde.
Wie viele Überarbeitungen werden Sie denn für diese Website noch beauftragen? Oder hat der Designer Insolvenz angemeldet, bevor sie die Seite noch einmal überarbeiten lassen konnten?
27. 10. 2005 um 22:41
Schade, aber da muß ich Dirk Recht geben. Das sieht hier nicht nur gestalterisch nach den späten Neunzigern aus – es ist auch technisch altbacken. Den Relaunch hätte man als Chance begreifen können und eine standard-konforme, schnelle plattformübergreifend nutzbare Website entwickeln können.
Das Angebot des Gestalters/Programmieres muß sagenhaft günstig gewesen sein – für sowas hätte man kein Geld zahlen dürfen.
Accesibility und Usability sind wohl Dinge, von denen man in Russland noch nichts gehört hat.
Da hat auch, Herr Wichmann, Geschmack nichts mit zu tun.