Vodafone UK bietet ab Dezember eine neue Server-basierte Mobile-E-Mail-Lösung für Unternehmen an. Die Push-Lösung wird unter dem eigenen Namen “Vodafone Busines Email” vertrieben, stammt jedoch von Visto, einem Mobile-Mail-Spezialisten mit Fokus auf Operator-Lösungen. Vodafone will sich damit weiter als “One-stop-shop” für Unternehmen positionieren.
In Deutschland bietet Vodafone unter eigenem Namen bereits eine Push-E-Mail-Lösung von Visto an, allerdings bisher nur in der ISP-Version, nicht im Server-basierten Modell für größere Unternehmen, die ihre Lösung weitgehend selbst verwalten möchten.
Interessant ist eine Tabelle im Anhang der Pressemitteilung von Vodafone UK, die einen sehr direkten Preisvergleich zwischen BlackBerry, Vodafone Business Email und einer Windows Mobile-basierten Lösung aufstellt.
Während sich die Sofware und Lizenzgebühren für den Enterprise Server bei BlackBerry auf 1350-3450 Pfund belaufen, liegen sie bei der Visto-Lösung bei nur 485-2500 Pfund. Auch Visto betreibt wie BlackBerry ein Network Operating Center, über das der Mail-Verkehr zentral geleitet wird. Allerdings werden in diesem NOC - im Gegensatz zu BlackBerry - keine Mails zwischengespeichert, wenn das Endgerät zeitweise nicht erreicht werden kann. Zudem richtet Visto nach eigenen Angaben für jeden Operator-Kunden ein eigenes NOC im jeweiligen Land des Kunden ein. Dies dürfte wichtig sein, falls die Server-basierte Lösung von Visto auch in Deutschland verfügbar werden sollte. Denn damit wird ein wichtiger Kritikpunkt an der BlackBerry-Lösung ausgehebelt.
Fraglich am One-Stop-Shop-Konzept von Vodafone bleibt allerdings, ob es größere Unternehmen Vodafone zutrauen, das notwendige IT- und Integrations-Know-How für komplexere Server-Lösungen bereit zu stellen. Ein schlagkräftiges Partnernetz aus IT-Integratoren wird hier eine zentrale Rolle spielen.

