Zur aktuellen Spotlight-Analyse schreibt mir Steffen Udolph von Mercoline:
“Ein sehr interessanter Artikel, der sich mit einen m.E. nach noch nicht ausreichend beachteten Markt beschäftigt. Ein anderen Standpunkt habe ich aber bezüglich der Offenheit der Ansätze von Oracle und SAP. Sie schreiben: ‘Dies betrifft zunächst die Integrationsfähigkeit der Unified-Communications-Lösungen, also inwieweit heterogene ITK-Infrastrukturen unterstützt werden. In diesem Punkt ist damit zu rechnen, dass Oracle einen offeneren Ansatz verfolgt, während SAP eher auf eine integrierte Lösung aus einer Hand setzt.’
Ich denke jedoch, dass der Oracleansatz eher proprietär sein wird, da Oracle, wie sie ja richtig feststellen, schon bedeutend weiter im UC-Markt ist wie die SAP. Und aus diesem Grund besteht für Oracle weniger Druck von Anwenderseite, sich für andere Anbieter zu öffnen, da das Angebot ja kompletter ist. SAP dagegen wird hier aufholen, aber in der Zwischenzeit offene Schnittstellen anbieten und Partnerprodukte zertifizieren. Historisch gesehen lief das so schon öfters bei SAP (z.B. Anbindung und Zertifizierung der Anbindung von SCM Produkten an SAP Anwendung, dann kam der APO; später BI-Lösungen anbinden und zertifizieren, dann kam das SAP BW). Natürlich will SAP langfristig auch eine Lösung aus einer Hand anbieten, bedient aber in der Zwischenzeit den Markt mit offenen Schnittstellen.”
Der Zusammenhang zwischen Produktreife, Integrationsfähigkeit und technologischer Plattform einer Lösung ist schwierig zu beurteilen. Tatsächlich weist der Vergleich mit IBM/Microsoft auf dem Markt für UC in Herrn Udolphs Richtung: Da auch IBM etwas später den UC-Markt betreten hat, wird zunächst eine Strategie der Offenheit verfolgt.
Es kommt sicherlich darauf an, ob man bezüglich der Integrationsfähigkeit die kurz- oder langfristige Strategie betrachtet.

