Heute hat der ehemalige Geschäftsführer von BT Deutschland – Jan Geldmacher – das Geschäftskundengeschäft bei Vodafone/Arcor offiziell übernommen. Als “Chief Commercial Officer Enterprise” wird er damit betraut sein, das Geschäft mit Managed und Hosted VoIP- und UC-Services voranzutreiben.
Durch solche Dienste wollen die Carrier bekanntermaßen dem Preisverfall bei den bloßen Gesprächsverbindungen entgegenwirken. Vodafone steht damit nicht alleine: So haben COLT und Cisco kürzlich eine gemeinsame Vermarktungsinitiative für UC-Lösungen angekündigt. Der MPLS-Netzbetreiber Interoute bietet eine Hosted-OCS Variante an. Weitere Beispiele ließen sich leicht hinzufügen.
Bei allem Potenzial von Managed Voice- und UC-Services sehe ich jedoch noch einige (lösbare) Herausforderungen für die Telkos:
Technologische Basis: Um auf der Grundlage ihrer Netze innovative Dienste wie UC anbieten zu können, müssen die Carrier ihre technologische Expertise im Bereich IT und vor allem Anwendungssoftware weiter ausbauen. Schließlich spielt bei UC die Einbindung etwa in Groupware- oder CRM-Anwendungen eine zentrale Rolle.
Vertrieb und Marketing: Die Carrier müssen ein Gleichgewicht zwischen dem traditionell angesprochenen Massenmarkt und individuellen Lösungsangeboten finden. Marketing, Vertrieb und Service sollten auf diese Individualisierung ausgerichtet sein.
Entwicklung der Nachfrage: Schließlich muss die Kundschaft für die Serviceangebote der Carrier offen sein. Obwohl man von einer steigenden Bereitschaft zum TK-Outsourcing ausgehen kann, ist das Marktpotenzial für Hosting-Dienste zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sehr groß (s. früherer Beitrag). Auch schätzen deutsche CIOs die UC-Kompetenz der Telkos im Vergleich zu anderen Anbietergruppen noch nicht besonders hoch ein, wie unsere Studie “VoIP und Unified Communications 2008″ gezeigt hat. Hier ist noch einige Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.

