Für unseren in Kürze erscheinenden Fallstudienreport Unified Communications für den Mittelstand? habe ich in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit ITK-Anbietern und UC-Anwendern geführt. Wie zu erwarten ist der Eigenbetrieb bei VoIP und UC immer noch das bevorzugte Betreibermodell.
Zwei der befragten Unternehmen haben jedoch eine sehr interessante Variante des UC-Eigenbetriebs umgesetzt: Shared Services. Hierbei wird die UC-Lösung lediglich in der Zentrale installiert. Den übrigen Standorten werden die UC-Funktionen über eine schnelle IP-Verbindung zur Verfügung gestellt. Vor Ort sind nur noch Gateways nötig – etwa für die Verbindung ins lokale Telefonnetz oder zur Faxintegration.
Diese Entwicklung finde ich in mehrerer Hinsicht bemerkenswert:
1. Shared Services sind für die Kommunikationstechnologie eigentlich ein sehr neues Thema, werden aber in einigen Fällen bereits umgesetzt. Im Vordergrund stehen Einsparungen von Administrationsaufwand und die flexible Unterstützung von Wachstum – in der IT schon länger bekannte Argumente.
2. Der Mittelstand scheint eine interessante Zielgruppe für Shared Services zu sein. Da in kleineren und mittleren Unternehmen im Vergleich zu Konzernen weniger Mitarbeiter wesentliche ITK-Verantwortung tragen, ist beispielsweise kaum mit hinderlichen Kompetenzkämpfen zwischen Zentrale und den übrigen Standorten zu rechnen.
3. Durch die zunehmende Nutzung verteilter TK-Infrastruktur im Rahmen von Shared Services wird Virtualisierung zukünftig kein ausschließliches IT-Thema mehr sein. Dazu passt auch eine bei GigaOM verbreitete Spekulation: Cisco to Support VMware?

