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10.12.2008

Unsere wichtigsten Researchergebnisse aus 2008

Verfasst von Nicole Dufft am 10.12.2008, 15:09 | IT Services & Outsourcing | IT, Internet & Innovation | Mobility & Business Communications

Bevor wir im kommenden Jahr mit frischer Energie neue Researchprojekte angehen, möchten wir den Jahreswechsel für einen Rückblick auf unsere wichtigsten Analyseergebnisse aus 2008 nutzen:

1. Mobility & Business Communications

In unserem Themenbereich Mobility & Business Communications stand das Jahr 2008 ganz unter dem aufgehenden Stern von “Unified Communications”.

Anwender wollen Unified Communications
Integrierte UC-Lösungen sollen – so das Versprechen der Anbieter – die Kommunikationseffizienz in Unternehmen steigern. Der Bedarf auf Anwenderseite ist tatsächlich groß: Nach Aussage von über 90 Prozent aller Fachbereichsleiter aus Einkauf und Vertrieb, die wir Anfang 2008 für die Studie “Wettbewerbsfaktor effiziente Kommunikation” befragten, sind Kommunikationsvolumen und damit die Anforderungen an Kommunikationstechnologien in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Gründe hierfür sind u.a. gestiegene Ansprüche der Kunden, höhere Anforderungen an die Mitarbeiterproduktivität sowie eine zunehmende Vernetzung mit externen Partnern.

Die Fachbereichsleiter beklagen, dass die aktuell genutzten Kommunikationstechnologien den gestiegenen Anforderungen nicht immer gerecht werden: unbeherrschbare E-Mail-Flut, fehlende mobile Funktionalitäten, zu viele vergebliche Kontaktversuche und die Komplexität unterschiedlicher Anwendungen und Endgeräte stehen ganz oben auf der “Mängelliste”. Eine große Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Integration von Kommunikationskanälen hier Abhilfe schaffen könnte. Mehr als die Hälfte der Prozessverantwortlichen hält die Integration der Kommunikationskanäle im Rahmen einer Unified-Communications-Lösung für sinnvoll.

CIOs brauchen Unterstützung bei der Umsetzung von UC
Diesem Punkt stimmen auch die CIOs zu: Die große Mehrheit der im Rahmen der Studie “VoIP und UC 2008″ befragten deutschen ITK-Verantwortlichen hält die Integration verschiedener Kommunikationskanäle und deren Einbindung in Geschäftsanwendungen in ihrem Unternehmen für sinnvoll. Allerdings verbinden viele CIOs mit UC auch neue Sicherheitsrisiken, hohe Kosten und einen erheblichen Integrationsaufwand.

Vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit mit erfahrenen Technologiepartnern eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Planung und Umsetzung von UC-Projekten. Denn die erforderliche Integration von Sprach- und Datennetzen, Endgeräten sowie IT-Anwendungen machen UC-Projekte alles andere als trivial. Unser Whitepaper “Unified Communications - Strategic Value, Benefits and the Role of System Integrators” illustriert die besondere Bedeutung der Systemintegratoren bei der Auswahl und dem Rollout von UC-Lösungen.

UC auch für den Mittelstand attraktiv
Dass Unified Communications nicht nur ein Thema für große Unternehmen, sondern durchaus auch für den deutschen Mittelstand ist, verdeutlicht der Fallstudienreport “Unified Communications für den Mittelstand?”. Er gibt anhand von ausführlichen Praxisbeispielen einen Einblick in die Erfahrungen mittelständischer Anwenderunternehmen mit der Auswahl und Implementierung ihrer UC-Lösungen. Dabei wird deutlich, dass der Mehrwert integrierter ITK-Lösungen nicht von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Branche oder von der Unternehmensgröße abhängig ist. Vielmehr ist entscheidend, wie relevant effiziente Kommunikation für den Erfolg des Unternehmens ist.

2. IT Services & Outsourcing

Im Themenbereich IT Services und Outsourcing standen 2008 vor allem die Internationalisierung von IT-Dienstleistungen – und hier insbesondere die Nutzung von Near- und Offshore-Ressourcen – sowie der Einsatz externer IT Spezialisten auf unserer Researchagenda.

Einsatz externer IT Spezialisten nimmt zu
Der Einsatz externer IT-Spezialisten hat sich in Deutschland mittlerweile etabliert und wird weiter an Bedeutung gewinnen. Dies belegen die Ergebnisse unserer Studie “Einsatz externer IT-Spezialisten in Deutschland 2008″, die wir im Frühjahr 2008 durchgeführt haben. 70 Prozent aller deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern setzen bereits heute externe IT-Spezialisten ein und mehr als 80 Prozent rechnen innerhalb der nächsten 12 Monate mit Bedarf an externen IT-Spezialisten.

Der Einsatz externer IT-Spezialisten hat nach Ansicht der befragten Sourcing-Verantwortlichen zahlreiche Vorteile. Dazu zählen vor allem die höhere Flexibilität durch Überbrückung von Ressourcenengpässen und eine höhere Produktivität durch Know-how-Transfer seitens der Externen. Allerdings birgt das Management externer IT-Spezialisten in der Praxis auch kritische Herausforderungen. Insbesondere der Aufwand für Steuerung und Koordination der Externen wird dabei häufig unterschätzt.

Near- und Offshoring: Managed Services als Alternative für Mittelständler
Auch bei der Einbindung von Near- und Offshore-Ressourcen werden die Kosten für Steuerung und Koordination häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Vor allem für mittelständische ITK-Dienstleister stellen die für Aufbau und Integration von Near- und Offshore-Kapazitäten notwendigen personellen und finanziellen Mittel meist eine unüberwindbare Hürde dar.

Eine Alternative, die Nearshoring auch für Mittelständler möglich macht, zeigt der Fallstudienreport “Nearshoring als Managed Service” auf: Bei Managed Nearshoring stellen Global-Sourcing-Anbieter Personal und Infrastruktur im Ausland bereit und bieten bei Bedarf auch ergänzende Beratungs- und Projektmanagementleistungen. Die Kontrolle über die Auslandsaktivitäten verbleibt jedoch beim Kunden, er entscheidet über Prozessgestaltung und Personaleinsatz. Auf diese Weise können mittelständische ITK-Anbieter mit begrenztem Risiko und Mitteleinsatz globale Liefermodelle verwirklichen. Deataillierte Praxisbeispiele zeigen, dass so der Einstieg in Global Sourcing bereits mit Nearshore Teams ab drei Personen möglich und lohnend ist. Die Fallstudien unterstreichen aber auch, dass Global-Sourcing-Vorhaben als strategisches Investment zur Unterstützung von Wettbewerbszielen und nicht als reine Sparmaßnahme betrachtet werden sollten.

Dennoch sind natürlich die Kostenvorteile von Near- und Offshoring nicht von der Hand zu weisen. Die Ergebnisse der “Marktanalyse Near- und Offshore IT-Services 2008″ belegen, dass die auf dem deutschen Markt erzielten Preise für Near- und Offshore IT Services immer noch deutlich unter dem hierzulande üblichen Tagessatzniveau liegen. So betragen die von Berlecon Research ermittelten Tagessätze im deutschen Markt das Drei- bis Vierfache des Preisniveaus für Near- und Offshore IT Services.

In Anbetracht des steigenden Kostendrucks bei Anwenderunternehmen ist nachvollziehbar, dass die Mehrheit der für die Studie befragten Global-Sourcing-Anbieter optimistische Erwartungen an die Geschäftsentwicklung auf dem deutschen Markt hat und eine Ausweitung ihrer Aktivitäten plant. So kündigten insbesondere die großen Global-Sourcing-Spezialisten an, ihre lokale Präsenz in Deutschland auszubauen, das Personal aufzustocken und die Vertriebsausgaben zu erhöhen. Für die deutschen Anbieter im IT-Services-Umfeld dürfte der Wettbewerbsdruck damit weiter zunehmen.

Potenzial deutscher IT-Dienstleister im Ausland
Globalisierung ist jedoch keine Einbahnstraße. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes analysierte Berlecon Research gemeinsam mit dem Branchenverband BITKOM und der International School of Service Management 26 Erfolgsbeispiele für international erfolgreiche Anbieter von “IT Services made in Germany”. Die Beispiele bestätigen, dass nicht nur in den klassischen deutschen Industrien sondern auch unter deutschen IT-Dienstleistern die vielzitierten “Hidden Champions”zu finden sind. Die Analyse zeigt, dass deutsche Konzernstandorte im Ausland durchaus auch eine aktive Rolle als Lieferant und Innovationsmotor spielen können. Insbesondere der Trend zur Industrialisierung der IT-(Services-) Landschaft bietet deutschen Akteuren interessante Perspektiven.

Alles in allem blicken wir auf ein spannendes Researchjahr zurück und freuen uns, dass wir zahlreiche Unternehmen dabei unterstützen konnten, ihre Rolle am Markt zu definieren sowie erfolgreiche Konzepte zu entwickeln und umzusetzen – und dies onsite, near- und offshore. Aller Krisenstimmung und Schwarzmalerei zum Trotz blicken wir den Herausforderungen des neuen Jahres erwartungsvoll entgegen und freuen uns auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit Ihnen in 2009!

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